Philosophie

Liebe Reitschülerinnen, liebe Eltern,

wir möchten euch gerne erzählen, was bei uns hinter den Kulissen abläuft, d. h., was wir mit unseren Pferden machen, wenn keine Reitstunden sind.

Jeden Morgen und Abend werden die Pferde mit hochwertigem Heu in ausreichender Menge gefüttert, solches Heu ist nicht leicht zu bekommen und ziemlich teuer. Uns ist es jedoch wichtig, dass es nicht verschimmelt ist oder Giftiges enthält und dass es den Pferden schmeckt.

Morgens werden sie für einige Stunden auf die Weiden oder Paddocks gebracht. Auf den Weiden wird regelmäßig kontrolliert, dass dort nichts Giftiges wächst. Während die Pferde draußen sind, werden täglich die Boxen gemistet und mit frischem Stroh eingestreut. Bevor die Reitstunden beginnen, werden die Pferde wieder in den Stall geholt.

Wir kontrollieren regelmäßig die Sättel und Trensen und pflegen das Leder. Wir finden es wichtig, dass jedes Pferd einen passenden Sattel hat, der nicht drückt. Das wäre schlimm, so ähnlich, als müssten wir mit drückenden Schuhen eine Wanderung machen. So ein Sattel kostet 1800 bis 3500 Euro und wir wünschten uns manchmal, dass damit sorgsamer umgegangen würde.

Alle paar Wochen kommt bei uns der Schmied, der für die Hufpflege sorgt. Die Pferde werden natürlich auch tierärztlich betreut, d. h. regelmäßig geimpft und entwurmt.

Die genannten Punkte sind die Basis dafür, dass unsere Pferde und Ponys super ausgeglichen und brav sind. Das müssen sie z. B. aus Sicherheitsgründen auch sein, besonders, wenn sie von Anfängern geritten werden. Damit die Pferde nicht nur ausgeglichen und damit sicher sind, sondern dem Schüler auch einen Lernfortschritt ermöglichen, werden sie regelmäßig von uns zur Korrektur geritten. Das machen wir meistens an den Wochenenden.

Wir betreiben unseren Schulbetrieb mit ganz viel Einsatz, Herz und Idealismus. Die Sicherheit des Reiters, der Freude am Reitsport und natürlich das Wohl des Pferdes bilden bei uns eine untrennbare Einheit und stehen im Mittelpunkt. Durch diese Reitbetrieb-Philosophie heben wir uns von vielen anderen Betrieben ab. Bei uns gibt es kaum Stürze, alle Pferde sind wach und lebensfroh und laufen nicht nur stumpf hintereinander her. Wir stellen zuverlässig sicher, dass unsere Schüler Woche für Woche zur vereinbarten Zeit (auch in den Ferien) ein ausgeglichenes, gut ausgerüstetes Pferd für den Unterricht zur Verfügung gestellt bekommen.

Alle genannten Punkte unserer Reitbetrieb-Philosophie kosten allerdings nicht nur Herzblut, sondern auch Geld. Für den Reitunterricht in unserem Schulbetrieb nehmen wir daher z. Z. 80 Euro monatlich. Sicherlich gibt es billigere Angebote, aber bei diesen wird vielleicht an irgendetwas für uns Essentielles gespart: am Futter, am Schmied, am Tierarzt, an der Korrektur, in der Hygiene, bei den Sätteln? Wir sind der Meinung, dass jeder selbst entscheiden muss, unter welchen Umständen er reiten möchte.

Mit unserer Reibtbetrieb-Philosophie kollidieren im Hinblick auf die Unterrichtsorganisation allerdings zwei Dinge, die besonders in den Ferien und im Umfeld von Feiertagen vermehrt aufgetreten sind. Es handelt sich um den Wunsch nach Ersatzterminen, z. B. wegen eines Feiertages sowie das temporäre Abmelden (vorübergehende Einstellung der Zahlungsverpflich-tung) vom Reitunterricht, z. B. aufgrund von Ferien.

Leider ist es so, dass gerade in den Ferien Reitschüler sich für einen oder zwei Monate abmelden möchten. Meldet sich jemand vorübergehend ab, könnten wir zwar den Platz neu besetzen, jedoch finden wir es nicht fair, andere Reitschüler als Lückenbüßer einzusetzen und nur Termine für 2 Monate zu vergeben. Aus diesem Grund werden wir Schüler, die sich temporär abmelden oder abgemeldet werden (vorübergehende Einstellung der Zahlungsverpflichtung), egal ob es z. B. wegen der Ferien oder Krankheit ist, anschließend nicht mehr bei der Terminvergabe berücksichtigen. Diejenigen bitten wir, sich nach einer anderen Reitschule umzuschauen.

Der andere Punkt, der Wunsch nach Ersatzterminen, stört das Wohl der Tiere empfindlich. Wenn plötzlich fünf Familien z. B. Brückentage für einen Kurzurlaub nutzen und wir dann für fünf Kinder Ersatztermine finden müssen, ist das sehr schwer umsetzbar und wenn, dann nur zu Lasten der Ponys, die dann an den Tagen der Ersatztermine Stunde um Stunde laufen müssten. Das können wir mit unserer Philosophie nicht vereinbaren. Letztlich wäre diese Praxis auch ein Sicherheitsrisiko, da überlastete Pferde/Ponys nicht so brav laufen wie Ausgeglichene.

Aus den genannten Gründen werden wir die Praxis der Ersatztermine, die ohnehin kein Anspruch, sondern ein Entgegenkommen unsererseits ist, ab jetzt auf ein Minimum reduzieren.

Alles in allem sind wir jedoch sehr glücklich über das nette Miteinander bei uns am Stall, welches auch nicht selbstverständlich ist. Es herrscht eine große Akzeptanz und Hilfsbereitschaft untereinander, auf die wir sehr stolz sind!

Herzliche Grüße

Euer Gut Mainow-Team

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